Wenn Eltern ihren Kindern alles abnehmen

Wer kennt sie nicht, die Eltern die ihren Kindern alles abnehmen. Sei es, dass sie die Anziehsachen rauslegen, obwohl die Kids gerne das andere Oberteil oder den Rock anziehen wollen. Im Sandkasten bei dem Streit um das Spielzeug vermitteln, dann als Kind muss man teilen. Konflikte in der Schule lösen, obwohl dies wahrscheinlich nicht nötig ist.

Solche Eltern bezeichnet man als Schneepflugeltern und die Fachwelt findet dieses Erziehungsverhalten problematisch. Nicht nur das das Selbstvertrauen unserer Kinder abnimmt, es wird auch gesagt, dass Defizite bei der Entwicklung zunehmen werden. Die Erziehungsexperten sind sich dahingehend einig, dass die Eltern bei jeder Aussage wie Bspw. „Ich räume dir nicht alles hinterher.“ selbst zu dem Verhalten ihres Kindes beitragen.

Doch ab wann tappt man in die Schneepflugfalle?

Fängt es an, wenn man seinem Kleinkind das Brötchen aufschneidet und schmiert? Die Eltern bei selbstgemachten Geschenken lieber selbst Hand anlegen wollen, denn dann sieht es besser aus? Wir der Meinung sind, unser Kind ist so ungeschickt, dass wir im Haushalt alles selbst machen wollen?

Persönlich ertappe auch ich mich, dass ich einiges lieber selbst machen möchte, denn dann geht es schneller und ist ordentlicher. Doch was bringt es mir und vor allem meinem Sohn? Ich wusste schon vor dem heutigen Beitrag, dass man als Eltern sein Kind nicht alles abnehmen soll. Dass die Kinder durch unser ständiges Zutun unselbstständig werden und wir später Probleme bekommen, wenn sie auf einmal Aufgaben übernehmen müssen. Seit dem Lockdown haben wir angefangen unserem Sohn vier Aufgaben zu übertragen. Natürlich meckert er fast jedes Mal, wenn er den Geschirrspüler ausräumt oder wenn die Katzen zu laut mauzen, da er ihnen nicht schnell genug ihr Fressen gibt. Und doch bringt er jedes Mal gerne das Altglas weg oder kauft für uns alle die Zeitungen und Zeitschriften am Wochenende. Der Unterschied bei diesen Aufgaben liegt m. E. daran, dass er das Haus verlassen kann und sich selbstständig auf den Weg machen darf.

In den Kindern erlebt man sein eigenes Leben noch einmal, und erst jetzt versteht man es ganz.

Søren Kierkegaard
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