Orte der Ruhe suchen und finden

Ruhe suchen und finden ist in der heutigen Zeit schwer. Täglich werden wir mit neuen Informationen überflutet und wissen nicht mehr wo uns der Kopf steht. Unsere Kindergartenkinder, die wir bis dato zu Hause betreuen, verlangen neben dem Homeoffice unsere volle Aufmerksamkeit. Auch Homeschooling ist nicht mal nebenbei zu erledigen.

In vielen Teilen Deutschlands wurde die Betreuung für die Kleinsten wieder hochgefahren. Seit ein paar Tagen können auch alle Kinder wieder in die Schule. Natürlich nur in kleinen Gruppen und aufgeteilt in Präsenzunterricht und Homeschooling.

Jetzt, wo vermehrt freie Zeit da ist, können wir wieder wie vor Corona unser Leben gestalten. Können einkaufen gehen, mit Freunden*innen treffen oder auch zu Hause alles aufarbeiten, was in den letzten Monaten liegengeblieben ist. Doch wieso?

Wieso nicht die Zeit nutzen, um sich Ruhe zu gönnen?

Wieso, nach den anstrengenden Monaten der Doppelbelastung, nicht einfach mal runterkommen?

Wieso ein eventuelles gesundheitliches Risiko eingehen, in dem man shoppen geht?

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass das Runterkommen auf einmal schwer sein kann. Wenn mein Sohn für einige Stunden seine Freunde besucht, verspüre ich eine innere Unruhe und habe das Gefühl etwas im Haushalt machen zu müssen. Die freie Zeit vor Corona konnte ich intensiver nutzen, um meine innere Ruhe zu aktivieren. Da mir dies aufgefallen ist, habe ich darüber nachgedacht, was mich die letzten Monate glücklich gemacht hat und wenn es nur für ein paar Minuten waren. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mehrmals am Tag meinen kleinen Garten besucht habe, um mich an den vielen blühenden Pflanzen zu erfreuen. Dieses Ritual begehe ich mit voller Aufmerksamkeit.

Was hast dich die letzten Wochen deine innere Ruhe finden lassen?

Wo konntest du, wenn auch für kurze Zeit, Kraft schöpfen?

Gar nichts tun, das ist die aller schwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt

Oscar Wilde
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